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26.07.2010
Montag

Vielfache Ursachen des Reizdarmsyndroms

Das Reizdarmsyndrom zählt in der Gastroenterologie zu den häufigsten Diagnosen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Jeder dritte Erwachsene und jeder zweite Patient mit Magen-Darmbeschwerden leidet darunter, wobei das weibliche Geschlecht überwiegt.

Obwohl das Reizdarmsyndrom schon seit über 100 Jahren bekannt ist, sind die Ursachen aber bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass es sich nicht um eine organische Erkrankung, sondern um eine sowohl vom Dickdarm als auch vom Dünndarm ausgehende Störung der Darmfunktion handelt. Symptomatisch sind Bauchschmerz, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen, gelegentlich auch Übelkeit und Erbrechen, die chronisch bzw. in Zeitabständen wiederholt auftreten. Es wird vermutet, dass psychische Belastung wie Angst oder Stress das enterische Nervensystem, auch "Bauchhirn" genannt, beeinflussen und eine Störung der Reizübertragung zur Darmmuskulatur verursachen.

Zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag empfiehlt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, um eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen sicher zu stellen. Insbesondere Menschen mit Darmproblemen wird häufig die Empfehlung gegeben, viel Obst und Gemüse zu essen. Einige allerdings wundern sich, weshalb die Symptome dann verstärkt auftreten, anstatt nachzulassen. Der Grund: Eine Unverträglichkeit der darin enthaltenen Fructose (Fruchtzucker), die nicht verdaut sondern von Bakterien im Darm zersetzt wird und als Gase lästige Blähungen und Durchfälle hervorruft. Bei gesunden Menschen wird der Großteil dieser Gase - täglich ca. 15 Liter - über die Lunge abgeatmet. Ein einfacher Wasserstoffatemtest kann schnell und zuverlässig zur Diagnose dienen.

Unsere Darmflora beherbergt etwa einhundert Billionen (100 000 000 000 000) Keime und repräsentiert damit die höchste Zelldichte, die je für ein Ökosystem beschrieben wurde. Bakterien im Darm unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern haben lebenswichtige Aufgaben bei der Immunabwehr. Mögliche Ursachen für Störungen der Darmflora sind Infektionen, Antibiotika, Operationen oder Fehlernährung. Menschen mit einem Reizdarmsyndrom zeigen oftmals eine geringere Zahl an Laktobazillen und Bifidobakterien als Gesunde. Ein so genannter Florastatus kann als effektiver Test für eine anschließende probiotische Therapie dienen.

Quelle: medivere.de, freie-pressemitteilungen.de


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