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Wenn Milchzucker krank macht 


Laktose-Intoleranz

Wie wird eine Laktose-Intoleranz diagnostiziert?
... Danach kann sich der Patient den Mund mit Mundwasser ausspülen.
Von nun an erfolgt in den nächsten 3 Stunden alle 15 Minuten eine Messung der Wasserstoffkonzentration in der Atemluft nach dem oben beschriebenen Prinzip. Es empfiehlt sich also, sich für diesen Vormittag etwas zu lesen mitzunehmen, da man während der gesamten Zeit in der Nähe des Messgerätes bleiben muss. Der Arzt oder seine Mitarbeiter notieren die ermittelten H2-Werte und befragen den Patienten außerdem immer wieder nach seinem Befinden und dem Auftreten von Symptomen. Alle Unregelmäßigkeiten - wie Durchfälle oder Schwindelgefühl -, die während der nächsten Stunden auftreten, sollten vom Patienten genau beschrieben werden, da sie bei der Diagnosestellung Berücksichtigung finden.

Die verabreichte Menge an Laktose (5o g) entspricht etwa der Menge, die sich auch in 1 Liter Milch befindet. (Die Wasserlösung wird allerdings meist schlechter vertragen.) Es kann daher bei Laktose-intoleranten Menschen teilweise zu heftigen Reaktionen kommen.
Selbstverständlich befindet sich immer eine Toilette in unmittelbarer Nähe. Die Gefahr eines Allergieschocks besteht jedoch nicht, da die Laktose-Intoleranz - wie bereits erwähnt - eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit ist und damit nicht auf das Immunsystem des Körpers Einfluss nimmt.

Der Arzt stellt im Anschluss an das Messverfahren eine Diagnose. Sie richtet sich in erster Linie nach der Höhe der Wasserstoffkonzentration in der Atemluft. Des Weiteren fließen die vom Patienten geschilderten Beschwerden in die Gesamtbeurteilung ein, und nicht zuletzt ist auch das zeitliche Auftreten der Symptome und der Höchstwerte ein Indiz für die Ausprägung einer Laktose-Intoleranz.

Bei einem H2-Höchstwert zwischen 2o und 5o ppm spricht man nur dann von einer Laktose-Intoleranz, wenn der Patient körperliche Beschwerden wahrnimmt. Alle darüber liegenden Werte deuten in der Regel auf eine ausgeprägte Milchzucker-Unverträglichkeit hin. Die Messwerte können in Extremfällen bei über 400 ppm liegen, eine »durchschnittliche« Ausprägung zeigt sich in Werten von 20 bis 200 ppm.

Leseprobe aus:

Laktose-Intoleranz - Wenn Milchzucker krank macht

LAKTOSE-INTOLERANZ
Wenn Milchzucker krank macht

Thilo Schleip
Trias Verlag
Direkt online bestellenISBN: 978-3830432401 
143 Seiten, 12,95 EUR


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Trias Verlags, MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. Jede Verwertung außerhalb des Urheberrechts ist verboten. Keine Haftung.