Wenn Milchzucker krank macht
Laktose-Intoleranz
Wie wird eine Laktose-Intoleranz diagnostiziert? Sehr wichtig ist natürlich auch das Befinden des Patienten: Hat eine Testperson mit einer niedrigen H2-Konzentration stärkere Beschwerden als jemand mit einer hohen H2-Konzentration, so kann seine Laktose Intoleranz dennoch deutlicher ausgeprägt sein. Doch auch ein negativer HZ-Atemtest bedeutet nicht, dass definitiv keine Milchzucker-Intoleranz vorliegt. Es gibt nämlich noch einen so genannten Non-Responder-Status: Menschen, die keine Wasserstoffproduzierenden Bakterien oder aber ein Obermaß an Wasserstoffkonsumierende Bakterien in der Mikroflora des Dickdarms besitzen, können folglich auch nicht auf einen H2 Atemtest ansprechen. Die Häufigkeit solcher Fälle wird in Fachkreisen mit 1-0,1 % sehr unterschiedlich eingeschätzt. Wird ein Non-Responder-Status ausgemacht, ist in der Regel eine weitere Untersuchung mittels des weiter unten beschriebenen Laktose-Belastungstests angezeigt. Es gibt übrigens noch weitere Faktoren, die zu falschen Testergebnissen führen. So können ein zu niedriger pH-Wert im Dickdarm, die Einnahme von Antibiotika und Hyperventilation fehlerhaft erniedrigte Messwerte verursachen. Falsche hohe Werte erhält man bei Nikotinkonsum, bakterieller Fehlbesiedelung des Dünndarms, im Alter, durch Schlafen, Bewegung und auch bei Einnahme von Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®, ASS®). Wie erst vor kurzem herausgefunden wurde, spielt auch die Temperatur der Laktose-Wasser-Lösung bei der Entstehung von Symptomen eine Rolle: Kühle oder warme Lösungen werden meist schlechter toleriert als Lösungen mit Zimmertemperatur. Mediziner, die für den Atemtest Wasseraus dem Kühlschrank verwenden, sollten dies berücksichtigen. Dennoch gilt der H2 Atemtest als sensitivster Parameter für den Nachweis einer Lalctose-Intoleranz. Leseprobe aus:
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