Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter stecktEin beschleunigter Verdauungsvorgang führt zu Durchfall Ist die Verdauungsbewegung des Dick- oder Dünndarmes beeinträchtigt, so kommen folgende Störungen in Betracht: Eine unzureichende Bewegung der Darmmuskulatur (Hypomotilität) verlangsamt den Verdauungsvorgang und führt so zu Völlegefühl und Verstopfung.
Ist die Darmbewegung hingegen überaktiv (Hypermotilität), hat dies einen beschleunigten Verdauungsprozess zur Folge, der mit durchfallartigen Beschwerden und unangenehmem Stuhldrang einhergeht. Bei den meisten REIZDARM-Patienten treten diese Bewegungsstörungen im Wechsel auf. Die wichtigsten Entstehungsmechanismen Störungen der Magen-Darm-Sensorik In den letzten Jahren wandte sich das Interesse der REIZDARM-Forschung vermehrt den Wahrnehmungsstörungen (Perzeptionsstörungen) zu. Unter Perzeption versteht man in der Medizin das unbewusste Wahrnehmen oder Empfinden eines Reizes. Im Zusammenhang mit funktionellen Störungen des Verdauungstraktes sind Wahrnehmungsveränderungen gemeint, die in Magen und Darm lokalisiert sind.
Überempfindlichkeit von Magen und Darm
Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass REIZDARM-Patienten über eine erhöhte Reizempfindlichkeit in Magen und Darm verfügen. Mit Hilfe eines Messverfahrens, bei dem ein kleiner Ballon in den Darm einer Testperson eingeführt und dort ausgedehnt wird, lässt sich beweisen, dass REIZDARM-Patienten sehr viel empfindlicher auf Dehnungsreize reagieren als gesunde Menschen. Dies hat für die Betroffenen zur Folge, dass sie Verdauungsvorgänge, wie zum Beispiel das Füllen einzelner Darmregionen mit Speisebrei, Darmbewegungen oder Gasansammlungen, verstärkt wahrnehmen und als unangenehm oder schmerzhaft empfinden. Schon eine geringe Dehnung des Dünn- oder Dickdarmes verursacht Druckreize, die im Mast- oder Enddarm (Rektum) Stuhldrang provozieren.
Leseprobe aus:
|