Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter steckt
Wie kommt es zu einem Reizdarm? Der Ratschlag, in der täglichen Ernährung auf reichlich Ballaststoffe zu achten, kann zur Behandlung von funktionellen Störungen des Verdauungstraktes nicht immer befolgt werden. Zwar helfen Ballaststoffe gegen Verstopfung, indem sie den Stuhl regulieren beziehungsweise lockern, aber in größeren Mengen verzehrt, verursachen sie aufgrund der vermehrten Gasbildung schmerzhafte Blähungen. Wenn darüber hinaus beim Abbau von Ballaststoffen im Darm noch Fettsäuren anfallen, können zusätzlich durchfallartige Beschwerden entstehen. Ballaststoffe sollten aus diesen Gründen sehr langsam, in der Regel über Wochen hinweg in den Speiseplan aufgenommen werden.
Wie man sieht, ist nicht jeder gut gemeinte Ernährungsratschlag, so vernünftig er im ersten Moment auch erscheinen mag, zur Behandlung von funktionellen Magen-Darm-Beschwerden geeignet. Im Rahmen einer wirksamen Therapie müssen diese Punkte bei der Auswahl von geeigneten Lebensmitteln unbedingt berücksichtigt werden. Sie kommen zwar als Hauptauslöser eines Reizdarms nicht infrage, können aber die ohnehin schon vorhandene Veranlagung, Symptome zu entwickeln, aufrechterhalten oder verstärken - auch wenn die ursprüngliche Krankheitsursache schon lange nicht mehr besteht.
Die Genussmittel - Alkohol, Koffein, Nikotin Der gelegentliche und kontrollierte Konsum von Genussmitteln, wie Alkohol, Koffein und Nikotin, stellt für den Organismus gesunder Menschen im Normalfall kein gesundheitliches Risiko dar. Erst wenn diese Stoffe regelmäßig und/oder in größeren Mengen in den Körper gelangen, kann es zu einer gefährlichen Abhängigkeit mit gesundheitlichen, psychischen oder sozialen Folgeschäden kommen.
Menschen, die unter einem Reizdarm leiden, sind im Zusammenhang mit den erwähnten Genussmitteln einem sehr viel höheren Risiko ausgesetzt als gesunde Personen, da Alkohol, Koffein und Nikotin Mechanismen im Körper auslösen, die die Symptomatik funktioneller Störungen zusätzlich verstärken. Der Alkohol birgt beispielsweise in Deutschland mit rund 4,3 Millionen Abhängigen das größte Suchtpotenzial aller »weichen« Drogen. Eine Untersuchung hat ergeben, dass funktionelle Magen-Darm-Beschwerden bei alkoholkranken Menschen in vielen Fällen nicht berücksichtigt werden.
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